Wie gelingt der sozial-ökologische Wandel? Was passiert in der Nachhaltigkeitshauptstadt Berlin? Unter dem Titel »Dem Wandel auf der Spur« veranstaltete der Studiengang Nachhaltige Dienstleistungs- und Ernährungswirtschaft der FH Münster eine 5-tägige Nachhaltigkeits-Exkursion durch Berlin.

40 Studierende besuchten 13 Stationen des Wandels. Darunter sammelten sich verschiedene Organisationen, Projekte und zivilgesellschaftliche Initiativen, die einen sozial-ökologischen Wandel anstreben und kritischen, nachhaltigen Konsum fördern wollen. Akteure die sich auf den Weg machen, neue innovative und resiliente Wege zu gehen, um unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu gestalten.

Umso mehr war es uns, der C2C Regionalgruppe Berlin, eine Freude, der Schlusspunkt dieser Tour gewesen zu sein. Die Herausforderung war folgende: Wie vermitteln wir einem Publikum, dass vom Konzept Cradle to Cradle noch nichts oder nicht viel gehört hat, in zwei Stunden alle wesentlichen Prinzipien so, dass es nachhaltig in den Köpfen bleibt?

An jenem Abend trafen wir die Studierenden im Hiram Haus Tempelhof. In einem Auftaktvortrag wurden zunächst Konzept, Vision und Umsetzungsmöglichkeiten dargestellt. Frontalunterricht am Feierabend ist natürlich wenig sinnvoll. Vielmehr muss es noch ein spielerisches, interaktives Element geben. Und so ließen wir die Studierenden im anschließenden Workshop selbst Cradle to Cradle Produkte designen. 10 Teams hatten 10 Minuten Zeit, um die Grundzüge für Dünger, Haushaltsreiniger, einen Bürostuhl, ein Magazin und ein Haus zu entwickeln!

Der Ausgangspunkt bei allen Gruppendiskussionen war die Frage, was wird eigentlich wirklich gebraucht und in welcher Menge? Dabei entstanden unheimlich ideenreiche Ansätze.

Gäbe es z. B. mehr Oberflächen mit schmutzabweisenden Eigenschaften, reduziert sich der Bedarf an Reinigern deutlich. Hierfür könnte dann auf der Basis des „Abfallproduktes“ Obstmaische ein Essigreiniger hergestellt werden, der für die meisten Oberflächen gut verträglich ist. Nebenbei löst er den sich ablagernden Kalk, der wieder den Böden zugeführt werden kann.

Bürostühle könnten aus schnell nachwachsendem Holz/Bambus oder Reststoffen der Holzverarbeitung gefertigt werden. Möglich wäre aber auch, sie direkt im 3D-Drucker aus biobasierten Kunststoffen entstehen zu lassen.

Ideen wie diese sowie erkannte Probleme und mögliche Lösungen wurden der Gruppe im Anschluss kurz präsentiert. Da immer zwei Teams dasselbe Produkt entwickelt hatten, war der Vergleich beider Ansätze besonders spannend.

Es war ein sehr inspirierender Abend für alle Beteiligten. Und so verabschiedeten wir uns mit anregenden Diskussionen ins Wochenende.

Im Nachgang bekamen wir von Organisatorin Sina versichert: »Wir starten nun voller neuer Ideen und Tatendrang in das kommende Semester in Münster«. Und aufgrund der positiven Rückmeldungen aller Teilnehmenden, sei die Überlegung da, eine Exkursion in diesem Format immer wieder organisieren zu wollen.

Wir begrüßen euch auf jeden Fall gerne wieder!

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