Sei ein Nützling!

(english)

Wir haben die Böden vergiftet, die Luft verpestet, die Meere überfischt, die Wälder gerodet. Dass wir Menschen angesichts dieser Bilanz als Umweltbelastung wahrgenommen werden, erscheint zunächst logisch. Allerdings verleitet es dazu, die Menschheit als Widerspruch zur Natur wahrzunehmen, als Schädling, der sein zerstörerisches Handeln reduzieren muss. Wir von der Cradle der Cradle (C2C)-Bewegung meinen stattdessen, dass der Mensch als kreatives Wesen seine Kompetenz nutzen muss, positiv für Mensch und Umwelt zu handeln!

In der C2C Denkschule ist der Mensch ein Nützling und Teil der Natur: Wir leben in ihr, agieren mit ihr und gehören als Lebewesen zu ihr. Wir sprechen daher weder von Herrschaft über die Natur noch von „Mutter Natur“, sondern von einer Partnerschaft mit der Natur: Als Partner*innen tragen wir unseren Teil bei, haben ebenso das Recht zu existieren und zu handeln.

Bislang haben sich große Teile der Umweltbewegung hauptsächlich mit der Beschränkung unseres Handelns beschäftigt, mit Reduktion, Verzicht und der Beschreibung eines negativen ökologischen Fußabdruckes. Aber warum nur weniger schlecht sein, wenn wir auch gut sein können? Lasst uns einen positiven Fußabdruck hinterlassen! Dieses Selbstverständnis sprengt die Ketten alter Denkmuster und ermutigt uns, über uns hinauszuwachsen! Die C2C Denkschule zielt nicht auf das Ausbessern bestehender Rahmenbedingungen, sondern will grundsätzlich neue (Gedanken-)Wege gehen: Produkte und Dienstleitungen werden von Anfang bis (Neu-)Anfang gedacht, von der Wiege zur Wiege.

Ein Blick in die Natur zeigt uns, wie das funktionieren kann: Ameisen sind zwar viel kleiner als wir Menschen, aber zusammengenommen ist ihre Biomasse um ein Vierfaches größer. Obwohl sie sich in fast allen Lebensräumen angesiedelt haben, stellt ihre Existenz kein Problem für die Umwelt dar! Was ist ihr Geheimnis? Sie sind wahre Wiederverwertungsmeister, die nicht nur ihre eignen Materialen recyceln, sondern auch die Abfälle anderer Organismen. Nährstoffe werden kontinuierlich wiederverwendet. Müll existiert nicht.

Bisher lässt die Ameise den Menschen im Hinblick auf sinnvollen Umgang mit Ressourcen alt aussehen. Dank unserer Wirtschaftsweise seit der industriellen Revolution, gehen momentan fast alle Roh- bzw. Nährstoffe verloren. Sie werden verbrannt, landen auf Mülldeponien oder verschmutzen die Umwelt. Dort bleiben sie ungenutzt und geben dabei oft auch noch gefährliche Substanzen ab. Das Beispiel der Ameise zeigt: Es geht auch anders! Die kontinuierliche Zirkulation von gesunden Materialien in Stoffkreisläufen ermöglicht uns eine Existenz auf der Erde, die im Einklang mit natürlichen Systemen steht. Was wir brauchen, ist ein neuer Umgang mit Ressourcen und Stoffströmen: Orientiert an dem Überfluss in der Natur setzen wir auf intelligente Verschwendung statt kopfloser Vergeudung.

Die C2C Denkschule nimmt völlig andere Perspektiven ein, um den globalen Herausforderungen intelligent zu begegnen. Das ambitionierte Ziel, die gesamte Weltwirtschaft nach C2C zu gestalten, liegt noch in der Zukunft. Aber das ist kein Grund den Mut zu verlieren. Immerhin zeigt die Geschichte, dass die Menschheit schon oft Fortschritte erzielen konnte, die niemand zuvor für möglich gehalten hat. Veränderungen brauchen Zeit. Die C2C Denkschule glaubt daran, dass wir als Menschen richtig handeln können. Wenn wir damit beginnen, in kontinuierlichen Kreisläufen zu denken, Produkte beziehungsweise Materialien als Nährstoffe begreifen und den Menschen als Chance sehen, können wir Nützlinge werden. Die zentrale Botschaft der C2C Denkschule lautet daher: Habe Mut, deinen eigenen positiven Fußabdruck zu hinterlassen.