Das Verständnis von Qualität unterliegt kulturellen beziehungsweise kontextabhängigen Faktoren. Qualität kann dabei subjektiv sehr verschieden aufgefasst werden und ist in Bezug zum Kontext auch häufig relativierbar.

Dem entgegen formuliert das Cradle to Cradle-Konzept ein universelles Verständnis von (Produkt-)Qualität als übergeordnetes Ziel einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation. Dieses Qualitätsverständnis setzt sich deutlich vom Status-Quo der vorherrschenden industriellen Produktion ab. Zur Eingrenzung des umfassenden Qualitätsbegriffs des Cradle to Cradle-Konzepts können zwei Leitfragen formuliert werden:

  1. Können Produkte als qualitativ bezeichnet werden, die nach ihrer Verwendung nutzlos beziehungsweise zu Abfall werden, da sich ihre Materialien nicht kontinuierlich wiederverwenden lassen?
  2. Können Produkte als qualitativ bezeichnet werden, bei deren Herstellung oder Verwendung beteiligte Menschen geschädigt werden beziehungsweise das betroffene Ökosystem irreversibel geschädigt wird?

Produkte werden dem Anspruch an eine umfassende Qualität gerecht, wenn sie unter Einsatz regenerativer Energien für biologische und technische Kreisläufe produziert werden. Dabei eingesetzte Materialien sind so beschaffen beziehungsweise verarbeitet, dass sie gesund sind für Mensch und Natur (unabhängig, ob im biologischen oder technischen Kreislauf), was sowohl positive Auswirkungen auf die Kunden, als auch auf die Mitarbeiter der Fertigung in Bezug auf Arbeitssicherheit hat.