Forschen und verstehen rund um die Cradle to Cradle Denkschule

Die Stadt, in der die Donau ihre 2857 Kilometer lange Reise beginnt, war in ihrer Geschichte immer mehr als Fürstenresidenz, Verwaltungszentrum und Musikhochburg. Donaueschingen im südlichen Baden-Württemberg war stets auch ein Hort des Wissens. Und damals wie heute bergen die dicken Mauern seiner alt-ehrwürdigen Hofbibliothek einen wahren Schatz. Standen früher die einzigartigen mittelalterlichen Handschriften der Fürstlich Fürstenbergischen Büchersammlung in den wuchtigen Holzregalen, machen heute die nicht minder wertvollen Wissens-Kisten, Erkenntnis-Exponate und Cradle to Cradle-Workshops des Kinder- und Jugendmuseums das Städtchen am Rande des Schwarzwalds zu einem lohnenden Ausflugsziel.

 

Forschen, fragen, finden

„Anfassen erwünscht!“ lautet das Motto des von Familien und Schulklassen eifrig besuchten Museums, in dem zahlreiche Mitmach-Stationen Phänomene aus Naturwissenschaft und Technik im doppelten Sinne des Wortes „be-greifbar“ machen. Wie funktioniert ein 3D-Drucker? Wie knifflig ist das Operieren mit einem Endoskop? Wie hinterlasse ich einen positiven ökologischen Fußabdruck? Diesen und vielen anderen Fragen können Kinder und Jugendliche von 5 bis 16 Jahren in den Themenräumen „Raum des Wunderns“, „Natur“, „Technik“ und „Mensch“ aktiv nachspüren; wobei die Nachwuchswissenschaftler ebenso mit Strömungsmessern hantieren wie mit Getrieberädern, Mikroskopen, Stroboskopen oder echtem chirurgischem High Tech-Besteck. Die Versuchsanordnungen und Aufgabenstellungen laden die jungen Forscher zum Experimentieren und Tüfteln mit allen Sinnen ein. An vielen der Mach mit!-Stationen begegnen sie dabei dem innovativen Cradle to Cradle-Designkonzept. Die Kinder erforschen Schritt für Schritt, wie biologische Kreisläufe funktionieren und wie diese als Vorbild für industrielle Materialkreisläufe dienen. Wer auf der Tour durch die Themenräume begleitet werden möchte, kann sich stets an die Tutoren des Kinder- und Jugendmuseums wenden, die bei kniffligen Aufgaben helfen, die richtigen Fragen zu stellen. Sie leiten auch die Workshops, in denen intensiv auf einzelne Themen eingegangen wird und Erkenntnisse in interaktiven Aufgaben vertieft werden. Das immer wieder wechselnde Angebot umfasst auch spannende Workshops zum Cradle to Cradle Designkonzept.

 

Von der Wiege bis zur Wiege

Den jüngsten Forschern zeigt der Workshop „Abfall muss nicht sein: Cradle to Cradle für clevere Kids“ auf spielerische und anschauliche Weise, welche schönen und wertvollen Materialien in einem Radiogerät oder Handy enthalten sind. Die Kinder erfahren, wie die Kreisläufe der Natur auch bei technischen Produkten funktionieren können und stellen ihr eigenes C2C Produkt her.

In „Neue Denke, neue Produkte: Cradle to Cradle für junge Designer“ werden etwas größere Forscher mit den grundlegenden Gedanken des Kreislaufprinzips vertraut gemacht. Anschließend nutzen sie ihr neu erworbenes Wissen und entwerfen an der Werkbank intelligente Produkte, mit denen es gelingt, einen positiven ökologischen Fußabdruck auf der Welt zu hinterlassen.

Die nächste Erkenntnisstufe wird mit dem Workshop „Cooler Creator: vom Cradle to Cradle-Prinzip zum Produktdesign“ erreicht. In diesem anspruchsvollen und kreativen Kurs erleben die Jugendlichen zunächst aktionsreich, wie schön unsere Welt ist und welche wundervollen Materialien es gibt. Gemeinsam beschreiben, analysieren und beurteilen sie dann alltägliche Produkte aus Schule, Kinderzimmer und Garten nach ihrer Cradle to Cradle-Tauglichkeit. Höhepunkt des Workshops ist die Gestaltung und der Bau eines eigenen, besonders cleveren Produkts: einer Lampe aus Steinpapier.

Kinder- und Jugendmuseum Donaueschingen
Haldenstraße 5
78166 Donaueschingen
Tel. +49 (0) 771 92 94 74 26
www.kijumu-donaueschingen.de

Dieser Beitrag ist erstmals im Printmagazin NÄHRSTOFF #2 erschienen.